[GHN | 11 NSY] Wer steckt hinter Fifth for Future?

Nachrichten aus der Galaxis, die das Ingame-Geschehen widerspiegeln

[GHN | 11 NSY] Wer steckt hinter Fifth for Future?

Beitragvon Protokolldroide » So 20. Sep 2020, 19:39

Cantonica. An seinem Pult sitzt Gleeson Glue, einer der favorisierten Moderatoren der Galactic Holonet News. Ruhig blickt er in die Kamera, wĂ€hrend er die nĂ€chsten News ankĂŒndigt.

".... Und das war unser Reporter zu den jĂŒngsten Ereignissen auf Cantonica bezĂŒglich dem Fehlverhalten der Sprösslinge republikanischer Politiker gegenĂŒber anderen Touristen auf der neutralen Tourismuswelt. Verbleiben wir nun auf Cantonica, wo sich unsere Korrespondentin Kate Lockwell live mit zwei der fĂŒhrenden Initiatoren der Fifth-for-Future-Bewegung treffen wird."

Das Bild schaltet um und zeigt eine offene Terasse mit dem Panorama von Cantonica im Hintergrund. Kate Lockwell, die auf der Holonetseite von Galactic HoloNet News als "professionelle und eifrige Moderatorin, die sich nicht scheut die Stimme in eigener Meinung zu erheben und stets die Wahrheit zu suchen" beschrieben wird, sitzt bereits in einem schwarzen KostĂŒm mit dem GHN-Logo auf dem Revers, im mittleren von drei bequemen sesselartigen StĂŒhlen und lĂ€chelt den Zuschauern entgegen.

"Guten Abend verehrte Ladies und Gentlemen, verehrte Geschlechtslose. Ich bin Kate Lockwell. Heute haben wir die einmalige Gelegenheit, uns mit den fĂŒhrenden Köpfen hinter der immer populĂ€rer und lauter werdenden Fifth-for-Future-Bewegung zu treffen, um sie und ihre Bewegung besser kennen zu lernen. Um beiden Seiten gleichzeitig die volle Aufmerksamkeit schenken und ihnen, verehrte Zuschauer, die Möglichkeit zu geben, beide Seiten direkt kennen zu lernen, haben wir uns dazu entschieden, dieses Treffen hier, auf dem wunderschönen Cantonica, abzuhalten!"

Lockwell lÀchelt gewinnend und streicht sich eine schwarze HaarstrÀhne fachmÀnnisch aus dem Gesicht.

"BegrĂŒĂŸen Sie also bitte mit mir gemeinsam LuiyĂ©l MarĂ© Naberrie von Naboo und Ren Corvino von Taris."

Die beiden jungen Menschen kommen jeweils von links und rechts ins Bild, lĂ€cheln in die Kamera, bevor sie nacheinander erst Lockwell die Hand schĂŒtteln und dann sich gegenseitig, bevor Naberrie die KonformitĂ€t bricht und ihren Mitstreiter umarmt. Corvino selbst erwidert die Geste. Lockwell wahrt indes die ProfessionalitĂ€t und wartet, bis beide sich gesetzt haben.

"Eine sehr herzliche BegrĂŒĂŸung, das verspricht doch schon einmal einen guten Start. Wie geht es Ihnen beiden?"

Naberrie hebt die Schultern. Die HĂ€nde liegen in ihrem Schoß, wĂ€hrend sie aufrecht, fast an der Kante des Sessels sitzt.

"Nun, Miss Lockwell-" Sie wird kurz unterbrochen, als die Moderatorin ihren Vornamen und das "Du"anbietet. "In Ordnung. Also, Kate. Gestresst wĂŒrde ich vielleicht sagen. Die Reise hierher war schrecklich, die NervositĂ€t vor dem ersten öffentlichen Auftritt vor laufender Kamera. Ich glaube, ich habe noch nie so wenig geschlafen, wie die letzten Tage."

Ren Corvino sitzt zurĂŒckgelehnt in seinem Stuhl und nickt langsam.

"Kann ich ehrlich gesagt verstehen. Ich meine, meine Tante ist Lehrerin und sie stellt sich jeden Tag vor eine gewisse Öffentlichkeit. Kriegt es aber hin. Ich frage mich dabei immer, wie sie das schafft."

Lockwell unterbricht an der Stelle.

"Naberrie und Corvino. Das sind jetzt nicht gerade Namen, mit denen die Leute wenig verbinden. Meint Ihr, eure Namen tragen dazu bei, dass ihr heute hier sitzt?"

LuiyĂ©l schĂŒttelt energisch den Kopf.

"Nein, auf keinen Fall. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, Ren. Aber fĂŒr mich war es bisher immer wichtig, die Bewegung zu unterstĂŒtzen und einfach fĂŒr unsere Mitglieder da zu sein. Eigentlich wĂ€re auch heute nicht ich hier, sondern meine gute Freundin Aola Dooneta, die das Ganze ja gegrĂŒndet hat. Ich bin quasi die Vertretung."

"Aber hÀtte es bessere Kandidaten als dich gegeben?"

"Auf jeden Fall. Ich stehe nicht gerne in der Öffentlichkeit oder an der Spitze. Ich gebe lieber mein Bestes im Hintergrund und lass Leuten, die besser sind als ich den Vortritt. Aber Aola kam damit direkt zu mir und ich glaube, Sie hat gehofft, dass etwas von der Rethorik meiner Mutter auf mich abgefĂ€rbt hat." Die Naboo lacht leichtherzig.

"Deine Mutter ist die Senatorin von Naboo, richtig? Wie sieht es bei Ihnen aus, Ren?"

Der Imperiale setzt sich aufrechter hin, kratzt sich nachdenklich am Kinn.

"Hmm, das ist nicht so leicht, Kate. Man merkt durchaus die Unterschiede die zwischen unseren Bewegungen existieren. Ich glaube fĂŒr die anderen stand nie außer Frage, dass ich hierher komme als Initiator und WortfĂŒhrer. Aber auf dem Imperia-Platz auf Taris vor den Stufen des Imperialen Palastes zu stehen und meine Parolen von mir zu geben ist definitiv etwas anderes als hier jetzt zu sitzen. Aber wenigstens muss ich dabei nur dir und LiuyĂ©l ins Gesicht sehen und nicht einer großen Menschenmasse."

Lockwell lacht.

"Das erleichtert den Einstieg in die Öffentlichkeit hoffentlich. Ich hoffe, ich mache euch beide nicht all zu nervös."

Beide schĂŒtteln den Kopf und verneinen höflich.

"Das fĂŒhrt mich dann gleich zu meiner ersten richtigen Frage: Wie hat all das angefangen? Also eure Bewegung? Was war fĂŒr euch der Auslöser und was hat euch genau dazu bewogen?"

Corvino weist auf Liuyél, dass sie beginnen soll.

"Naja, hmm. Wie fang ich an? Wissen Sie, Kate, viele meiner Kommilitonen waren erleichtert, als vor zwei Jahren der Waffenstillstandspakt von Bogden unterzeichnet wurde. Die meisten von uns sind um die Zeit herum geboren und aufgewachsen, als das Imperium mit den Randwelten schon zu kĂ€mpfen hatte und spĂ€testens als dann kurz nach der schrecklichen Geschichte von Alderaan die Rebellion offen den Krieg gegen das Imperium erklĂ€rte, ist das was vorher ein 'bewaffneter Konflikt' gewesen ist, zum realen Krieg geworden. Wir kennen also nichts anderes als Krieg. Wir werden in einer Welt erwachsen, in der der Krieg NormalitĂ€t ist. In der FlĂŒchtlingskatastrophen, TruppenaufmĂ€rsche, Rekrutierungsvideos, VersorgungsengpĂ€sse und die tĂ€gliche Furcht durch den Einmarsch eines gesichtslosen Feindes unser Leben dominieren. In der ein selbstbestimmtes Leben, unsere Zukunft, ĂŒberschattet wird von der tĂ€glichen Frage, ob wir in die Schutzbunker mĂŒssen, weil das Tremorfeuer der Artillerie unser Zuhause erreicht. Und als dann das Imperium als Reaktion auf die Ereignisse bei Togoria und spĂ€ter bei New Halori den Krieg erklĂ€rte, da hats bei vielen von uns Klick gemacht, dass wir das nicht mehr wollen."

Lockwell nickt verstÀndnisvoll und schaut dann zu Ren Corvino.

"In meiner Familie sind die meisten Mitglieder des MilitĂ€rs. Oder waren es lange Zeit. FĂŒr mich war es immer normal, mit dem MilitĂ€r aufzuwachsen, weswegen ich das Ganze persönlich nicht so richtig in Frage gestellt habe."

Lockwell fÀllt ihm kurz ins Wort.

"Aber du selbst bist kein Angehöriger der Imperialen StreitkrĂ€fte oder fĂŒr den Imperialen Staatsapparat tĂ€tig."

"Das ist richtig. Ich bin Xeno-Biologe. Meine Großmutter ist der Ansicht gewesen, dass wir JĂŒngsten die Chance haben sollten, zu entscheiden was wir tun und lassen wollen. Zuhause ist es auch verboten, dass bei Tisch ĂŒber MilitĂ€rische Dinge gesprochen oder mein Vater und seine BrĂŒder meinen Großvater mit dem Rang anreden. Aber fĂŒr mich war das nie wirklich ein Thema. Ich wollte immer Biologe werden, hab aber eben ĂŒber meine Familie immer einen.. Draht zu dem Ganzen gehabt. Und natĂŒrlich damit verbunden auch die Sorge, dass eines Tages nicht mein Vater oder meine Onkel heim kommen, sondern der MilitĂ€rseelsorger mit dem Brief und dem gefalteten Siegelbanner."

"Und was hat dich letztendlich dazu bewogen, unabhĂ€ngig von der republikanischen Bewegung die Imperiale Fifth-for-Future-Bewegung zu grĂŒnden?"

"Ganz einfach: Meine kleine Cousine. Sie wird demnĂ€chst sechzehn Jahre alt und wenn man es hochrechnet, dann hat sie ihren Vater vielleicht fĂŒnf Jahre effektiv gesehen in ihrem Leben."

"Oh, das tut mir leid!"

"Ja, mein Onkel war auch sowohl bei Togoria, als auch bei New Halori beteiligt. Man kann sich also vorstellen, dass die Angst um das Leben von Vater und Ehemann im Haus meiner Tante und ihrer Tochter ein stĂ€ndiger Begleiter ist. Und wie LiuyĂ©l schon gesagt hat: Wir kennen nichts anderes als den Krieg. Und irgendwann denk ich mir: Es ist genug. Eine Tochter sollte das Recht haben, mit ihrem Vater aufzuwachsen, genau so wie jedes Kind die Möglichkeit haben sollte, im Frieden groß zu werden."

Lockwell nickt nachdenklich.

"Dann entschuldigt bitte, wenn ich meine dritte Frage gleich vorziehe, einfach weil ich merke, dass ihr - obwohl ihr aus unterschiedlichen Systemen kommt - Àhnliche Ansichten vertretet: Mit welchen Problemen habt ihr zu kÀmpfen? Also wo gibt es den meisten Widerstand? Bei der Organisation? Von staatlicher Seite? Gerade auf Imperialer Seite muss man euch doch immense Steine in den Weg legen?"

Corvino schĂŒttelt den Kopf.

"Das ist nicht ganz korrekt. Wir sind ja nicht gegen das Imperium. Ich fĂŒr meinen Teil bin ein glĂŒhender AnhĂ€nger von Imperator Craijm und seinem politischen Kurs. Das ist uns auch wichtig, heraus zu kristallisieren: Wir sind fĂŒr das Imperium, aber wir sind gegen diesen Krieg."

"Aber hast du keine Sorge, dass du von Organisationen wie dem Geheimdienst oder COMPNOR ĂŒberwacht wirst?"

"Naja, was soll ich sagen. Zu Beginn vielleicht. Aber ich denke, spĂ€testens ab dem Moment, ab dem man gemerkt hat, dass wir keine Demokraten sind um im Deckmantel einer Anti-Kriegs-Demonstration einen Putsch starten wollen, wird uns Großadmiral Andronicus zwar jetzt nicht zum DinnĂ© einladen, aber wir stehen nicht mehr ganz oben auf seiner Liste. Ich glaube da mĂŒsste sie Jaxon Sele mehr Sorgen machen, dass man bei ihm die TĂŒr eintritt, wĂ€hrend er auf dem Klo sitzt, als dass ich jetzt plötzlich vom Wochenend-DinnĂ© meiner Großmutter abgeholt werde."

Corvino lacht. Lockwell bringt ein LĂ€cheln zustande.

"Was wĂŒrde deine Großmutter wohl sagen, wenn das geschehen wĂŒrde?"

"Sie wĂŒrde die Damen und Herren vom ISB darauf hinweisen, dass sie ihr den Teppich versauen und sofort ihre Stiefel ausziehen oder sich abputzen sollen. Nein, im Ernst: Ich habe dahingehend keine Sorgen, dass das passiert. Wir sind Störenfriede, das ist auch gut so. Damit bemerkt man uns. Aber wir sind keine Staatsfeinde. Wollten wir nie sein."

Naberrie lÀchelt.

"Wir sind hier, wir sind laut. Weil ihr uns die Zukunft klaut. Genau wie bei uns."

"Ganz genau. Ich denke sogar, dass viele von unseren Mitgliedern das Zweite Galaktische Imperium und den Kurs, den es nimmt, unterstĂŒtzen. Einfach weil wir dabei sein wollen, bei diesem Prozess. Ihn mitgestalten wollen. Aber der Wunsch nach Frieden gehört einfach dazu. Ich denke, dass die Leute in der Galaxis sich von dem Gedanken verabschieden mĂŒssen, dass Kriegstreiber in unserer Regierung sitzen, sondern MĂ€nner und Frauen, die sich Sorgen um ihre BĂŒrger machen - zumindest nicht nur. Aber dieser Frieden fehlt einfach. Gut, ich gebe zu, dass ich vermute, dass der Name Corvino da auch viel.. hilft."

"Das fĂŒhrt mich zu dir, LiuyĂ©l. Du hast bestimmt weniger mit den Problemen zu kĂ€mpfen, mit denen Ren sich konfrontiert sieht. Aber auch du trĂ€gst einen Namen, der Gewicht hat."

"Hmm, ja. Zum GlĂŒck nicht. Du beschreibst das Imperium ja als durchaus liberal, was MeinungsĂ€ußerung angeht, Ren. Aber ich glaube, dass es bei uns noch viel weiter geht. Ich könnte jetzt hergehen und die Kanzlerin beleidigen, wĂŒrde dafĂŒr aber nicht ins GefĂ€ngnis gehen. Was bei uns das Problem ist, ist die Presse. NatĂŒrlich, es gibt viele die uns gewogen sind, aber es gibt auch viele, die solange graben bis sie Schmutz haben, den sie gegen dich verwenden können. Und dann ist da natĂŒrlich noch die Vielfalt an Strömungen im Senat. Es gibt Senatoren, die unterstĂŒtzen uns offen, wie zum Beispiel Senatorin Kagawa von Zeltros oder Senator Grahain von Chandrila.
Andere helfen uns hingegen eher heimlich. Sie haben Angst um ihren guten Ruf und fĂŒrchten Nachteile fĂŒr ihre Heimat. Die Politik wird dadurch auch eher zu einem Monster fĂŒr uns charakterisiert, das wir nicht begreifen. Wem kann man trauen und wem nicht? Bei wem kann man sicher sein, dass er fĂŒr einen ist und wer benutzt einen nur?
Aber ich denke, dass der Wunsch nach Frieden da vorrangig sein soll. Allgemein glaube ich manchmal, dass viele uns wegen meinem Namen unterstĂŒtzen, weil sie sich davon was versprechen. Oder von mir Dinge erwarten."


"Ist das denn so?"

"Puh, ich glaube nicht. Ich bin weit davon entfernt, so zu sein wie meine Großtante. Ich glaube ich wĂŒrde sterben, mĂŒsste ich mich vor den Senat stellen und eine Rede halten. Die Leute erwarten da einfach zu viel von mir. Auch aus den eigenen Reihen. Ich bin idealistisch, ja. Aber ich glaube ich könnte niemals eine so große Rednerin sein wie Aola, auch wenn sie selbst zu den gehört, die eher mir die Leitung ĂŒberlassen. WĂŒrde sie aber heute kandidieren, wĂŒrde ich jeden dazu animieren, sie zu wĂ€hlen.
Ich glaub da kollidieren Eigenwahrnehmung und Erwartungshaltung auf einer Ebene, die ich nicht betreten will. Von Ren hÀtte vermutlich nun auch jeder erwartet, dass er Lieutenant ist und kein Xeno-Biologe."


Sie lacht. Ren Corvino grinst.

"Hey, uns Corvinos steht zwar die Uniform, aber das sieht auf Dauer auf Familienfotos langweilig aus."

"Da du Erwartungen nennst. Viele deiner Kritiker attestieren dir mangelndes Durchhaltevermögen. Sollte es zu Problemen kommen, so könnte das Familienvermögen dich auffangen. Gerade deine Verbindung zu Cygnus Space-"

Naberrie stöhnt, bevor sie abwinkt.

"Ach, das Cygnus SpaceWorks-Ding. Ja, es stimmt dass mein Vater der Sohn des Vorstands von CSW ist. Allerdings behaupte ich, dass ich daraus eher keine Vorteile schöpfe oder mich einfach zurĂŒckziehe, sollte mich ein sozialer Skandal aus dem Rennen schmeißen. Gemacht ist das Nest ja. Ebenso glaube ich nicht, dass ich jetzt Imperial werde, nur weil das Blut des CSW-Vorstands in meinen Adern fließt. Mir geht es besser als anderen, das mag ich nicht bestreiten. Es wĂ€re auch gelogen, wenn ich jetzt hier ein MĂ€rchen vom armen gebeutelten MĂ€dchen erzĂ€hle. Aber mich darauf zu reduzieren halte ich fĂŒr falsch und unfair."

Lockwell schlĂ€gt ein Bein ĂŒber das andere, verĂ€ndert noch ein wenig ihre Haltung.

"Ihr beide wĂŒrdet also als Fazit ziehen, die Bewegung mit politischen, sicherheitstechnischen und journalistischen Problemen zu kĂ€mpfen hat, allerdings sehr... unterschiedlich gewichtet? Ist das schlimm?"

"Absolut nicht. Man wĂ€chst damit auf, weiß was geht und was nicht. Klar, man dehnt sich die Grenzen ein bisschen, aber es geht ja nicht darum, an eine SĂ€ule des Imperialen Palastes zu pinkeln, sondern den Imperator und seine Gefolgsleute dazu zu bewegen, das GesprĂ€ch zu suchen. Wenn schon nicht mit uns, dann wenigstens mit der Neuen Republik."

"So dumm es klingt: Wir reden doch auch gerade, ohne dass wir uns die Kehlen aufreißen. Ich glaube ohnehin, dass die Existenz von lediglich einem Regierungssystem utopisch ist. Wieso können wir nicht beide nebeneinander existieren?"

"Ihr habt uns ja schon einiges erzĂ€hlt, aber wie hat eure Organisation denn begonnen? Wie ist es euch gelungen, das alles im großen Stil aufzuziehen? LiuyĂ©l, magst du dazu was sagen?"

"Es war relativ simpel, wenn ich ehrlich bin. Kommunikation ist heutzutage keine große Sache. Es hat zuerst im Holonet begonnen, auf Diskussionsseiten, in Foren und so weiter. Irgendwann hat man sich verabredet und sich getroffen, um sich kennen zu lernen, zu besprechen. Und irgendwann haben wir uns gedacht, dass das nicht reicht. Wir wollten mehr tun. Wir wollten gesehen werden. Und dann haben wir versucht, parallel zueinander, Proteste anzusetzen. Wir haben klare Regeln aufgestellt, was wir tun und was wir nicht tun und was wir sagen, wenn wir gefragt werden. Alles in Allem wollten wir als gesittet rĂŒberkommen. Nicht als schreiende SchlĂ€ger. Klar, Geld war immer wieder ein Problem, aber dafĂŒr haben die, die es konnten, ihre Verbindungen genutzt und sich aber auch engagiert, dass Spenden reinkommen. Immerhin sind nicht nur SchĂŒler und Studenten dabei, sondern auch Leute, die sich so einen Protest nicht lange leisten können."

Corvino nickt unterstĂŒtzend.

"Das war bei uns Ă€hnlich. Gerade im Hinblick auf die Proteste von Ord Mantell und Zolan die so immens eskaliert sind, mussten wir aufpassen, was wir tun. Jeder Sektor handhabt das unterm Strich anders, aber alles in allem kommt da immer eine Weisung von oben. Imperiale SicherheitskrĂ€fte gehen heutzutage mit einer gewissen Erwartungshaltung ran. Sie vermuten das Schlimmste und das sorgt fĂŒr Eskalationen, wenn sich auch nur eine Seite falsch verhĂ€lt. Ich glaube, bevor wir wirklich beginnen konnten, haben die Organisatoren klare Regeln aufgestellt, wie man sich zu verhalten hat bei den Protesten. Auf Lianna beispielsweise sind zehn Demonstranten verhaftet worden, aber keine halbe Stunde spĂ€ter waren sie wieder draußen. Weil einfach nichts vorlag und sich die Leute dankenswerterweise an das gehalten haben, was wir gesagt haben. Das hĂ€tte auch wirklich schlimmer ausgehen können. Ich hab auch meinen gesamten Jahresurlaub aufgebraucht, um zu den wichtigen Orten zu reisen und die Leute persönlich zu briefen. Das war mir einfach wichtig."

"Ja, ich glaube ich habe mein Jahrestaschengeld aufgebraucht, um es genau so zu machen. Auch wenn es jetzt irgendwie dÀmlich klingt, dass eine 24-jÀhrige Studentin von Taschengeld spricht."

"Nenn's doch einfach Kreditkarte mit Begrenzung."

Lockwell lacht ob dieses lockeren Witzes, ebenso Nabberie.

"Eine angenehme AtmosphÀre, die ihr hier erzeugt. HÀttet ihr das selbst vermutet?"

Liuyél wird ein bisschen unsicher.

"Ehrlich gesagt nicht, nein. Ich hatte mit vielem gerechnet. Vielleicht sogar wirklich einem angehörigen des Imperialen MilitĂ€rs oder jemandem, der Ă€hnlich steif ist. Es ist eigentlich ein weiteres Indiz dafĂŒr, dass wir vermutlich beide nicht viel ĂŒber den jeweils anderen oder die Welt, in der derjenige lebt, wissen."

"Stimmt schon. Ich hĂ€tte bei meiner UnterstĂŒtzung des Imperators vorhin mit einem moralischen Aufschrei gerechnet. Oder einem Versuch, mich von den Vorteilen und Freiheiten der Demokratie zu ĂŒberzeugen."

"Aber ihr beide seid definitiv froh, dass dem nicht so ist, das kann man euch beiden ansehen. Wie sehen es denn die - nun ja - Erziehungsberechtigten? Viele eurer Mitstreiter sind ja noch minderjĂ€hrig. Generell wĂŒrden die Zuschauer gerne wissen, wer alles so bei euch beteiligt ist."

Dieses Mal ergreift Corvino zuerst das Wort.

"Salopp formuliert: Alles. Es hat eigentlich als SchĂŒler- und Studentenstreik angefangen, was sich von der Mittelschule, ĂŒber die Oberschule, bis hin zur UniversitĂ€t gezogen hat. Viele fanden es zuerst befremdlich. Und haben natĂŒrlich auch Konsequenzen gefĂŒrchtet, weil das System recht strikt ist. Außerdem kamen oft so Kommentare wie 'Geht doch zurĂŒck zur Schule!' 'Lernt erstmal, bevor ihr euch einmischt!' Solche Dinge. Aber irgendwann begannen zum Beispiel auch uns Lehrer heimlich zu unterstĂŒtzen. Als Staatsdiener dĂŒrfen sie das natĂŒrlich nicht. Aber ich vermute, diejenigen, die uns helfen, sprechen sich auch ab, wie sie es ihren SchĂŒlern ermöglichen können, dabei zu sein.
SpĂ€ter kamen auch Veteranen und andere Leute dazu. Ärzte vorallem, Krankenschwestern, SanitĂ€ter. Aber ich könnte heute jetzt nicht mehr ausmachen, wovon wir mehr und wovon wir weniger haben. Ich wĂŒrde jetzt salopp behaupten, ohne mich auf Statistiken zu stĂŒtzen, dass unsere Proteste die breite Masse der Imperialen Bevölkerung abbilden, was Berufe, soziale StĂ€nde, Geschlecht und Spezies angeht. Klar, die breite Masse wird noch immer von Studenten und SchĂŒlern gestellt, aber da kann ich stolz sagen, dass wir das neue, das bessere Imperium gut darstellen: Fast gleiche Verteilung der Geschlechter, viele Menschen aber auch viele Nichtmenschen, die alle dasselbe Anliegen haben. Und auch einige Eltern helfen uns. Nicht viele, aber einige. Der Rest nimmts hin und nur ganz selten bekomme ich zumindest mit, dass die Eltern es ihrem Kind oder ihren Kindern verbieten, uns zu unterstĂŒtzen. Ich wĂŒrde fast sagen, dass es ihnen so lieber ist, dass sich ihr Kind auf diese Art mit dem Imperium befasst oder etwas unternimmt, bevor es irgendwelche Scheiße baut. Und kanns bessere Babysitter als die Imperialen SicherheitskrĂ€fte geben?"


Liuyél kichert kurz, fasst sich dann aber wieder.

„Absolut nicht, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass die Imperialen Sicherheitsleute sehr hart durchgreifen, oder? Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht so richtig vorstellen, wie es bei euch ablĂ€uft.”

„Naja, ich denke, man muss es gesehen haben, um sich ein genaues Bild darĂŒber zu machen. Aus der Ferne urteilt sich schnell und vorallem leicht. Aber ich bin froh, dass wir eine so breite UnterstĂŒtzung erfahren. Auch wenn die Verurteilung durch die fĂŒhrende Elite des Reiches erst einmal niederschmetternd war. Aber das hat uns nicht entmutigt. Im Gegenteil. Und dass sie uns machen lassen, zeigt mir eindeutig, dass sie auch merken, dass es nicht ewig so weiter gehen kann.”

Lockwell nickt und wirkt dabei sehr verstÀndnisvoll.

„Da es euren beiden Bewegungen ja offenbar sehr sehr Ă€hnlich geht, erlaubt mir die Frage: Gibt es denn eine Kommunikation zwischen euren Bewegungen? Und wenn ja, wie haltet ihr sie aufrecht?”

„Ehrlich gesagt nicht, aber ich hoffe, ich spreche fĂŒr Ren und alle, die hinter ihm stehen, dass es eine gute Sache wĂ€re, wenn wir das bewerkstelligen könnten.”

„Definitiv. Welten wie Cantonica oder Nouane bieten sich ja dafĂŒr an, dass man sich auf neutralem Boden trifft, um sich zu besprechen. Wir wollen ja alle dasselbe, da wĂ€re es dann gut, wenn wir das koordinieren könnten.”

„BefĂŒrchtet ihr nicht, dass sowohl das Imperium als auch die Republik euch dafĂŒr belangen könnten? Immerhin sprecht ihr hier beide von Kooperation mit dem Feind. Was zumindest im Imperium immer noch als Hochverrat gilt.”

„Kate, wir mĂŒssen darauf vertrauen, dass sowohl die Kanzlerin als auch der Kaiser den guten Willen unserer Handlungen erkennen und bemerken, dass es uns nicht darum geht, ihnen Böses zu wollen. Das ist - glaube ich - das Letzte, was wir wollen.”

„Dann wĂŒnsche ich euch beiden und der Bewegung dafĂŒr auf jeden Fall viel Erfolg. Erlaubt mir zum Abschluss jedoch bitte noch eine Frage: Was sind eure prĂ€zisen Ziele? Und welche LösungsvorschlĂ€ge habt ihr dafĂŒr jenseits von 'Hört auf mit dem Krieg!'?”

Ren rÀuspert sich.

„Eine gegenseitige Akzeptanz. Das Imperium und die Republik wollen sicherlich beide dasselbe fĂŒr ihre BĂŒrger und das ist hoffentlich ihr Bestes. Und um das zu erreichen mĂŒssen beide Regierungen lernen, den anderen zu akzeptieren und anzuerkennen. Das wird vielen gewiss schwer fallen, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nur weil einer sich nur vorstellen kann, in einer Demokratie zu leben, muss das auf seinen Nachbarn nicht zu treffen. Es beginnt schon damit, dass man dem anderen nicht seinen Willen aufzwingt.”

„Uns ist klar, dass das nicht von heute auf Morgen geht, aber ich glaube, wenn beide Regierungen erlauben, dass jene, die ihr Gebiet verlassen wollen es auch verlassen dĂŒrfen, kann nicht die Rede davon sein, dass man gezwungen wird, in der Republik oder im Imperium zu leben. NatĂŒrlich ist es utopisch zu sagen, dass man jetzt sofort mit dem Krieg aufhören soll. Aber gerade Gizer hat doch gezeigt, dass eine Zusammenarbeit funktionieren kann. Und ich bin sicher, dass es nicht erst eine humanitĂ€re Katastrophe braucht, um so etwas zu ermöglichen. Aber es bedarf beidseitiger Zeichen guten Willens, um das zu erreichen.
Den Krieg zu beenden ist nur ein kleiner Schritt. Dem anderen zu zeigen, wer man wirklich ist, ein ganz anderer. Ich bin sicher, wenn Imperiale die Republik besuchen wĂŒrden und sehen, wie die Neue wirklich ist. Und wenn Republikaner das Zweite, das Neue Imperium sehen, dann bin ich sicher, dass viele ihr Weltbild korrigieren mĂŒssen und können. Und sollten beide Seiten nicht.. naja, nicht konfliktfrei miteinander sprechen können, hoffe ich dass es da draußen immer noch Leute gibt, die ihnen helfen können, das friedlich zu klĂ€ren. Als Mediatoren."


"Du sprichst von den Jedi?"

"Zum Beispiel. Ich glaube fest daran, dass es sie da draußen noch gibt, dass sie noch da sind! Und wenn ihnen etwas am Frieden gelegen ist, so wie in den Geschichten, so hoffe ich, dass sie bereit sind, uns zu helfen. Denn wir haben das gleiche Ansinnen."

„Versprecht ihr euch selbst etwas davon?”

„Es wĂ€re eine wirklich interessante Erfahrung, die Biologie von Lebewesen in der Republik zu erforschen und ich glaube, viele Studenten beider Seiten wĂŒrden es als Chance betrachten, ein oder mehrere Semester auf Coruscant, Taris oder sonst wo zu studieren.”

Liuyél lÀchelt hoffnungsvoll.

„Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Gerade weil der neue Kriegsmeister des Imperiums zu GesprĂ€chen eingeladen hat, hoffe ich instĂ€ndig, dass eine Einigung erzielt werden kann.”

„Um darauf bezugnehmend eine Bonusfrage zu stellen: Die Rede des Kriegsmeisters hat vieles an Staub aufgewirbelt. Wie war sie fĂŒr euch?”

„Ich finde es gut, dass er zu GesprĂ€chen eingeladen hat. Es ist eine Konsequenz, die er aus seiner Rede zum Gedenken an Alderaan mitgenommen hat. Jedoch verurteile ich scharf die AggressivitĂ€t und die Drohung im Anschluss. Man lĂ€dt nicht zum Frieden ein und droht dann. Ein erzwungener Frieden nĂŒtzt keinem. Aber dennoch: Ich hoffe instĂ€ndig, dass sich der Kriegsmeister und der Gesandte des Senats auf Nouane einig werden.”

„Es wĂ€re absolut ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Drohung etwas anderes sagt. Ich kann Krolan nicht einschĂ€tzen, glaube aber, dass er einen Plan hat. Und wenn er noch immer bereit ist, sich mit unserer Bewegung zu treffen, werde ich dieses Angebot definitiv in Anspruch nehmen. Wenn schon nicht fĂŒr mich, dann wenigstens fĂŒr Jugendliche wie meine Cousine.”

Lockwell nickt, erhebt sich dann. Naberrie und Corvino folgen ihrem Beispiel.

„Dann hoffe ich, dass ihr beide mit euren BemĂŒhungen Erfolg haben werdet. Ich danke euch fĂŒr eure Zeit.”

„Wir haben fĂŒr diese Möglichkeit zu danken, Kate.”

Die Moderatorin blick in die Kamera und lÀchelt.

„In jedem Fall ein spannendes und mitreißendes Thema mit Mitgliedern voller Elan und Tatendrang. Im Anschluss haben Sie, verehrte Zuschauer, die Möglichkeit eine Prognose unserer Experten ĂŒber die Verhandlungen auf Nouane zu erhalten. Werden die Verhandlungen ein Erfolg? Wer vertritt Coruscant bei diesen GesprĂ€chen? Und: Ist Kriegsmeister Jarik Krolan ein Mann des Friedens oder ein eiskalter Stratege?
Ich bin Kate Lockwell von Galactic HoloNet News und live fĂŒr sie vor Ort auf Cantonica. Guten Abend!"


Sie gibt zum Abschied beiden die Hand und das Loge von GHN wird eingeblendet



Information und Kommunikation

 
Registriert: Do 4. Sep 2014, 17:21
BeitrÀge: 529


ZurĂŒck zu HoloNet News

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

ï»żï»żï»żï»żï»żï»ż